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Merkels Internet-Adresse sicher im Kanzleramt

06.12.2005 - Mannheimer Morgen

Werbefachmann Holger Schmid (33) hat sein Ziel erreicht. Mit seiner Internet-Domain "www.bundeskanzlerin-merkel.de" schaffte er es in die nationalen Schlagzeilen.

Das Bundespresseamt drohte ihm wegen der Verletzung des Namensrechtes mit juristischen Konsequenzen - und lenkte gestern dann doch ein.

Der Seckenheimer und stellvertretende Vorsitzende der "Mannheimer Liste" (ML) überträgt nun ganz unspektakulär und ohne einstweilige Verfügungen die Web-Adresse nach Berlin - wo sie hingehört.

Das weltweite Netzwerk beinhaltet komplizierten Verflechtungen. Da hatte sich Schmid 2001 mit beinahe schon hellseherischen Fähigkeiten im Internet www.bundeskanzlerin-merkel.de gesichert. Doch Kanzler wurde 2002 Gerhard Schröder, selbst mit seinem damaligen Kontrahenten Stoiber konnte der Mannheimer keinen PR-Gag landen. Doch Geduld zahlt sich aus, nach der Bundestagswahl im September war es soweit. Angie wurde tatsächlich Kanzlerin, die dazugehörige Web-Adresse gehörte aber immer noch - Holger Schmid.

"Ich wollte ja damit keinen Missbrauch treiben oder gar Geld dafür", betont Schmid noch einmal. Nein, er war bereit, der Kanzlerin ihr internationales Markenzeichen freiwillig zu überlassen. Insgeheim hofft er immer noch, es der Regierungschefin sogar persönlich überreichen zu können, und dabei mit ihr über die Probleme mittelständischer Firmen zu plaudern.

Doch beim Presse- und Informationsamt der Regierung kam der Vorschlag aus der Kurpfalz gar nicht gut an. Ultimativ wurde Schmid aufgefordert, die Domain bis 4. Dezember zu löschen. "Zum Glück hab' ich das nicht gemacht", erklärt der Mannheimer. Und wohl auch in Berlin hätten die Experten erkannt, wie gefährlich das Löschen für Merkel hätte werden können. Denn spezielle Web-User warten weltweit nur darauf, dass so eine prestige-trächtige Domain plötzlich wieder auf dem virtuellen Markt ist, um sie sich per Mausklick schnell selbst unter den Nagel zu reißen. "Das wär' der Hammer gewesen", glaubt Schmid.

jetzt werde die Domain sicher per KK-(Konnektivitäts-Koordinierungs-) Antrag an den Provider für Merkels Internetauftritte übertragen. An der Spree beurteilt Referatsleiter Werner Koep-Kerstin die Mannheimer Scharade nicht ganz so spektakulär: "Das ist ein übliches Prozedere, nichts Besonderes." Mit der Übertragung von www.bundeskanzlerin-merkel.de sei die Angelegenheit nun erledigt. tan

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